Das Weingut Delheim befindet sich an den Hängen des Simonsberges im Weinbaubereich Stellenbosch, Südafrika.
Es ist im Besitz der Sperling-Familie und produziert ein grosses Sortiment an international beachteten Weinen.

Delheim ist „WORTH THE JOURNEY“, also eine Reise Wert. Warum, erfahren Sie hier.
Wir haben für Sie unsere Geschichte und die wichtigsten Informationen übersetzt.



Restaurant

Unser wunderschönes Garten-Restaurant mit Ausblick auf den Tafelberg ist nur wenige Meter vom „Tasting Room“ entfernt und ein Muss nach jeder Weinprobe. Das Angebot an Speisen reicht von leichten Käseplatten bis hin zur traditionellen südafrikanischen Küche und bietet auch einen Catering Service für kleine private Veranstaltungen an. Genießen Sie ein Mittagessen in einer unbeschwerten Atmosphäre, wo sogar Hühner herumlaufen. Das Restaurant serviert Frühstück, Mittagessen und Tee. Bitte beachten Sie, dass Reservierungen besonders an den Wochenenden und an Feiertagen erforderlich sind.

Öffnungszeiten: Mo – So:
- Frühstück 9.30 – 11.30 Uhr
- Mittagessen 12.00 – 15.30 Uhr
- Tee und Käseplatten 15.30 – 16.30 Uhr

Geschlossen an: Neujahr, Karfreitag, Ostersonntag und am 25. Dezember



Picknickkörbe

Salat mit geräuchertem Lachs
Couscous-Salat
Deutscher Kartoffelsalat
Grüner Salat mit Feta und Cocktailtomaten
Dolmades: Mit Reis gefüllte Weinblätter
Pâté des Tages
Cabanossi: italienische Wurst
Biltong (südafrikanische Spezialität): Frisch geschnittenes und luftgetrocknetes Fleisch
Heimischer Käse: verschiedene Sorten mit Crackern
Zwiebelkuchen
Hackbällchen aus Straußenfleisch an süßer Chili-Sauce
Gefüllte Oliven von Chrisna’s Deli
Hausgemachter eingelegter Kürbis
Ciabatta
Koeksister: südafrikanisches Süßgebäck, das zu einem Zopf geflochten und frittiert wird
750 ml Flasche Mineralwasser

Preis
Korb für zwei Personen: R290
(exkl. zusätzliche Getränke)
Korb für vier Personen: R580
(exkl. zusätzliche Getränke)

Kinder unter 12 Jahren: R80
Hühnchen-Wrap, Käse, Cracker, Karotten, Gurke, Joghurt, Weinbeeren, Schokoladenriegel, frische Früchte und Saft

In unserem wunderschönen Verkostungsraum „Vat Cellar“ erhalten Sie alle Delheim Weine, die Sie mit Ihrem Picknick genießen können.

Bitte beachten Sie, dass es nicht gestattet ist, das Essen selber mitzubringen. Das Menu kann jederzeit ändern. Die Picknickkörbe sind bis Ende April 2013 jeden Tag erhältlich (außer an Karfreitag und Ostersonntag).

Buchen Sie die Picknickkörbe bis spätestens 10 Uhr des betreffenden Tages. Für Anfragen oder Reservierungen kontaktieren Sie bitte unser Restaurant unter +27 (0) 21 888 4607 oder schreiben Sie eine E-Mail an: restaurant@delheim.com. Auf Anfrage bereiten wir Ihnen gerne eine vegetarische Variante zu.


Tasting

Das ganze Jahr hindurch heißen wir unsere Gäste zu einer Weinprobe im legendären „Downstairs“ Keller willkommen. Unsere Farm ist eine der wenigen, wo man sich während der Probe hinsetzen und entspannen kann.
Für diejenigen, die alte Weine mögen, haben wir unseren „Collector`s Corner“, wo Sie sich in aller Ruhe umsehen können. Bestaunen Sie auch unser spinnennetzüberzogenes Fenster, das mittlerweile zu einer Legende geworden ist.

Schauen Sie auch im Shop vorbei, der sich ebenfalls im „Downstairs“ Keller befindet. Dort können Sie unter anderem bunte T-Shirts kaufen mit der wunderbaren Aufschrift: „Ageing to Perfection.“

Öffnungszeiten: Mo – So 09.00 – 17.00 Uhr Feiertage 09.00 – 17.00 Uhr Geschlossen an: Neujahr, Karfreitag, Ostersonntag und am 25. Dezember

Delheim Tours
Lernen Sie mehr über die Geschichte, den Weinbau, die Weinherstellung und die Umgebung von Delheim. Nach frühzeitiger Absprache kann die Tour auf Deutsch durchgeführt werden.

Kosten
R25 pro Person für Weinprobe (6 Weine)
R35 pro Person für Weinprobe und Delheim Tour
R40 pro Person für Weinprobe De Driesprong (6 Weine in Delheim und 5 Weine in Moratie)

Gruppen
Falls Sie Delheim in einer Gruppe von mehr als 10 Personen besuchen, sollten Sie das vorher bitte anmelden unter +27 (0) 21 888 4600 oder schreiben Sie eine E-Mail an: info@delheim.com Nach frühzeitiger Absprache kann die Delheim Tour auf Deutsch durchgeführt werden.

Kosten
R 40 für Weinprobe und Delheim Tour
R115 für Weinprobe, Delheim Tour und Käseplatte




Tagungen

In unserem wunderschönen Verkostungsraum, dem sogenannten „Vat Cellar“, der sich in unserem Weinkeller befindet, können Sie Tagungen mit bis zu 30 Personen durchführen. Er ist mit handgeschnitzten Holzfässern dekoriert, von denen jedes einzelne ein Kapitel von Delheims Geschichte darstellt.

Der „Vat Cellar“ bietet:
- eine entspannte Tagungsatmosphäre
- Sitzgelegenheiten für bis zu 40 Personen
- eine Klimaanlage
- Sanitäranlagen
- Er ist leicht mit einem Rollstuhl zugängig
- eine private Terrasse über unseren „Wetlands“ und dem Garten

Gruppenveranstaltungen sollten im Voraus gebucht werden. Bitte kontaktieren Sie uns unter +27 (0) 21 888 4607; Fax: +27 (0) 21 888 4601 oder per E-Mail: restaurant@delheim.com

Sie können die folgenden Angebote nutzen:
Unser Ganztages-Angebot
Bei Ankunft: Kaffee und Tee
Am Vormittag: Kaffee, Tee und hausgemachte Muffins
Mittagessen: im Restaurant mit vorbestelltem Menu
Am Nachmittag: Kaffee, Tee und Koeksisters (südafrikanisches Süßgebäck)

Preise für bis zu 20 Personen: R225 pro Person und Tag/ Preise für 21 bis 40 Personen: R220 pro Person und Tag

Unser Halbtages Angebot

Bei Ankunft: Kaffee und Tee
Am Vormittag: Kaffee, Tee und hausgemachte Muffins
Mittagessen: im Restaurant mit vorbestelltem Menu

Preis für 1 bis 40 Personen: R220 pro Person und Tag

Hier sehen Sie die verschiedenen Menu-Vorschläge für das Mittagessen.

A la carte menu Summer 2012-2013 [English pdf ] Breakfast menu [PDF]

Falls Sie spezielle Menüwünsche haben, z.B. im Fall einer Lebensmittelallergie, geben Sie uns bitte rechtzeitig Bescheid.
Unsere Angebote enthalten kein Tagungszubehör. Wenn Sie möchten, dass wir dies für Sie organisieren, informieren Sie uns bitte frühzeitig.
Die Teilnehmerzahl der Tagung sollte drei Tage im Voraus angegeben werden.

Bitte beachten Sie, dass Absagen mindestens drei Tage im Voraus getätigt werden müssen, um nicht den vollen Betrag zahlen zu müssen.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis!
Ihr Delheim Team


Übernachtungen

Die Oakleaf Lodge befindet sich auf der Farm „Delvera“ in der Nähe von Delheim. Sie bietet gemütliche und erschwingliche Übernachtungsmöglichkeiten im Herzen der Weinberglandschaft Stellenboschs. Genießen Sie die ländliche Atmosphäre, unsere wunderschönen Gärten und die atemberaubende Aussicht auf den Tafelberg und den Simonsberg. Die Lodge ist ideal für „Outdoor“-Liebhaber, da es viel zu sehen und zu erleben gibt. Ein idealer Ort für die ganze Familie! Das Farmhaus hat fünf Schlafzimmer. Außerdem ist eine Gemeinschaftsküche zur Selbstversorgung vorhanden. Ebenso gibt es eine Sofaecke mit DSTV und einen Kamin. Unsere Flitterwochen-Suite bietet all das im privaten Rahmen. Sie ist sehr geräumig, hat eine eigene Terrasse mit einem beeindruckenden Blick auf den Tafelberg, ein wunderschönes Badezimmer und eine Klimaanlage.
www.oakleaflodge.co.za

Gleich neben der Oakleaf Lodge befindet sich das Simonsberg Café, in dem Sie gemütlich frühstücken und zu Mittag essen können. Im kleinen Laden um die Ecke können Sie Oliven aus der Region kaufen. Im Reitstall daneben stehen Pferde bereit für einen Ausritt mit Ihnen und Ihre Kinder werden sich freuen, die Esel auf der Farm zu streicheln. Sie können ebenfalls Fahrräder ausleihen, um die Gegend zu erkunden. Alle weiteren Infos finden Sie hier: www.delvera.co.za

 

…1699 Driesprong

Hoch oben an den südwestlichen Hängen des Simonsberges, benannt nach Gouverneur Simon van der Stel, kann man den Ort finden, der als Drie Sprong bekannt ist. Ursprünglich gehörte das Land einem Angestellten der holländischen “East India Trading Company”, dessen Aufgabe es war, eine Kanone direkt über dem Anwesen abzufeuern. Diese Kanone war die dritte in einer von Kapstadt ausgehenden Reihe, die, via Koeberg, die Ankunft von fremden Schiffen in der Table Bay ankündigte. Die Siedler des Umlandes kamen dann auf dem schnellsten Weg nach Kapstadt, um mit den Besuchern zu handeln oder die Stadt vor Eindringlingen zu verteidigen.

Auf diesem Anwesen etablierten die Familien Hoheisen und Sperling die starken Fundamente, die nun weltweit als Delheim bekannt sind.

1699 – 1939

Am 28. Februar 1699 verkaufte Gouverneur Willem Andriaan van der Stel ein Stück Land von 25 ha an Lorenz Kampfer, einem Deutschen aus Pommern. Lorenz war der erste Siedler des Tals und nannte seine Farm „De Drie Sprong“, was so viel bedeutet wie „wo sich drei Straßen treffen“.

Die Farm lag an den niedrigeren Hängen des Simonsberges, da es sehr unpraktisch gewesen wäre, Landwirtschaft an den höher gelegenen Hängen zu betreiben. Dieses Grundstück hatte neun verschiedene Besitzer, bis es schließlich am 2. März 1857 von Jan Andries Beyers gekauft wurde. Offensichtlich hatte Jan Andries das landwirtschaftliche Potenzial des Gebietes erkannt, da er ein paar Jahre lang das Land bewirtschaftete, das „De Drie Sprong“ umgibt. Im Jahr 1813 erstand er einen schmalen Streifen Land direkt über dem „ De Drie Sprong“ und 1843 erwarb er ein weiteres Grundstück, das den schmalen Streifen Land, sowie „De Drie Sprong“ umgab. Letztendlich erstand er 1857 auch „De Drie Sprong“.

Bis 1903 blieb dieses große Grundstück als eine grosse Einheit bestehen, dann teilten es die Besitzer van der Byl und Porter unter sich auf. Die obere Hälfte schloss nichts von dem Land ein, das Kampfer ursprünglich erworben hatte. Es bleibt eines der geschichtlich unerklärlichen Mysterien, wie die 200 ha große obere Hälfte als „De Drie Sprong“ bekannt wurde, aber dieses Grundstück erwarb Hans Otto Hoheisen im Januar 1938. Eigentlich wollte Hoheisen seinen Ruhestand mit seiner Frau Deli auf diesem Grundstück zu verbringen. Doch dieser Plan löste sich schnell in Luft auf.

Obstbäume und Buschwerk waren alles, was vor der Ankunft der Hoheisens auf „De Drie Sprong“ wuchs. Ein Freund der Hoheisens riet ihnen zum Weinbau, da er wusste, dass sich die Kapregion sehr gut zur Weinerzeugung eignet. Hans glaubte, dass Weine von kleinen Weingütern durchaus von besserer Qualität sein können als die Weine, die er schon von großen Erzeugern probiert hatte. Im Jahr 1940 entfernte er das Buschwerk, das den Hauptteil des Landes bedeckte, da dort nun Reben gepflanzt werden sollten. Der höher gelegene Teil der Farm war jedoch zu steil um dort Reben anzupflanzen. Durch eigene Nachforschungen und die Zusammenarbeit mit dem Professor Perold, Professor für Weinbau, entschied sich Hans für den Anbau von Kap Riesling, Spätburgunder (Pinot Noir), Cabernet und Hanepoot.

1939 – 1951
Hans und Del Hoheisen

Der moderne Keller hatte bescheidene Anfänge, da er 1944 erbaut wurde und der Krieg den Import von neuen Maschinen unmöglich machte. Hans dachte sehr sorgfältig über seine Konstruktionen nach und die 25 Lagertanks, die er errichtete, waren für diese Zeit revolutionär. Da diese eine Kapazität von 4’500l hatten, dauerte es bis 1962, um alle 25 Tanks zu füllen. Das andere Kellerzubehör setzte sich aus einer kleinen Korbpresse, einer kontinuierlichen Presse, einigen Handpumpen und einem Filter zusammen.

Die Abfüllung geschah per Schwerkraft. Ein kleiner Behälter, der auf einem Tank stand, konnte so 3’000 Flaschen pro Tag befüllen. Mit der modernen Technik kann man heutzutage 15’000 Flaschen pro Tag befüllen. Das Verschließen der Flaschen mit einem Korken geschah ebenso manuell und auch das Etikettieren war eine mühselige Arbeit. Das Werkzeug hierfür bestand aus einer gebrauchten Zahnbürste, einem Eimer Kleister, einer wackligen Kiste, um jede Flasche zu unterstützten und, am allerwichtigsten war ein nasses Tuch, um den überschüssigen Kleister zu entfernen. Dies alles geschah ganz ohne Elektrizität.

Hans, der den unbrechbaren Willen hatte, den bestmöglichen Wein zu machen, war der erste im Stellenbosch Tal, der sich um die Vorzüge der modernen Technik bemühte. Hans Hoheisen war einer der Pioniere unter den Winzern, dessen Bemühungen alle auf Experimenten und Fehlschlägen basierten. Die verschiedensten Rebsorten wurden unter dem Gedanken des einfachen Erntens angepflanzt – an den pH-Wert des Bodens, Anpassung von Reben an den Bodentyp und Klima hat man noch nicht gedacht, ganz zu schweigen von Unterlagsreben. Reben waren Reben und man hatte keine Ahnung von den Möglichkeiten, die verschiedene Klone bieten.

In den Kriegsjahren der 1940er war Überleben das einzige, was zählte. Es gab keine weinbaulichen oder önologischen Experten, die man um Hilfe hätte bitten können und so war es des öfteren der Fall, das Hans Hoheisen über einem Weintank stand und ein Önologie Buch in der Hand hielt. Wegen des Krieges war es schwierig, neue Maschinen und Materialien zu beschaffen, darum waren Einfallsreichtum und Eigeninitiative im Keller gefragt. Wenn während der Abfüllung keine Flaschen mehrverfügbar waren, musste Hans gebrauchte Bierflaschen benutzen. Alle Probleme und Schwierigkeiten mussten überwunden werden, wobei ein Einkommen immer noch ausblieb. So ist es umso erwähnenswerter, dass sie mit den Weinen Drie Sprong HOH (Hans Otto Hoheisen) Muscat Dessert und HOH Cabernet durchaus Erfolg hatten. Hans sah seine Weine durch die frühen Erfolge nicht länger als „gewöhnliche“ Weine an. Es gelang ihm, seine Weine an Freunde zu verkaufen, aber das Marketing stellte ein Problem dar, weil die trockenen Tafelweine damals im Schatten der Dessertweine standen und Brandy eine noch größere Konkurrenz darstellte. Freunde sagten auch, dass HOH Weine dabei waren, das Image als Wein für den „Mann auf der Straße“ zu bekommen.

Diese Kritik gab Hans die Möglichkeit, seine Frau Deli zu ehren. Sie war unerschütterlich während all den Hochs und Tiefs. Sie half ihm im Keller, beim Pflanzen der Reben, bei der Verwaltung der Farm und ermutigte ihn ständig.

Hätte es einen besseren Weg für Hans geben können, als seiner Frau zu danken und die Farm und seine Weine nach ihr zu benennen? Daraus folgte die Geburt von Delheim – Delis Heim.


1951 – 1957
Spatz Sperling

Der Traum der Hoheisens, dass sie auf der Farm ihren wohlverdienten Ruhestand finden würden, platzte bald, da sie feststellten, dass der Acker- und Weinbau viel mehr Arbeit mit sich brachten, als sie sich jemals hätten vorstellen können. Die Lösung des Problems fand Deli während des Besuchs ihrer Verwandten in Deutschland. Ihr Neffe, Michael „Spatz“ Sperling, versprach ihr, nach Südafrika zu kommen, um sie und ihren Mann auf der Farm zu unterstützen.

Spatz setzte die Segel auf der Winchester Castle und kam am Donnerstag, dem 19. April 1951 auf Delheim an. Nach 60 Jahren harter Arbeit wurde Spatz zum Synonym für Delheim und hat auch einen unvergleichlichen Ruf in der südafrikanischen Weinindustrie.

Delheim produzierte trotz fast unüberbrückbaren Schwierigkeiten weiter Wein. Die Winde, die vom Simonsberg herunterwehten, zerstörten nicht nur die Obstbäume, sondern auch die Reben. Hasen fraßen die Reben und die, die übrig blieben waren meist von Krankheiten befallen. An manchen Stellen waren die Weinberge nur noch große Felder mit Drähten und Pfählen. In den frühen 1950ern wollten Hans und Spatz die ganze Farm mit Pinien bepflanzen. Jedoch hätten sie dazu erst alle Drähte und Pfähle entfernen müssen. Hinzu kam, dass sie immer noch sehr entschlossen waren, einen weiteren Versuch zu starten, um mit ihrem Wein erfolgreich zu sein. So wurde der Plan, Pinien zu pflanzen, glücklicherweise nie in die Tat umgesetzt.

Ein weiteres Problem war, dass sie ausschließlich trockene und halbtrockene Weine produzierten, die Mehrheit der Bevölkerung jedoch Brandy oder andere Brände bevorzugte. Die meisten Trauben wurden destilliert und ein kleiner Teil wurde zu Brandy verarbeitet. Deswegen schien der Profit des Unternehmens eher gering zu sein und so entschied sich Hans Otto Hoheisen dazu, seinem Vater mit seinem neuen Geschäft auf seiner 14.000ha großen Farm in Timbavati/Transvaal zu helfen.

Spatz und seine Frau liebten Delheim jedoch sehr und so hinterließ Hans ihnen £ 1500 als Startkapital und überließ ihnen die Farm, anstatt sie zu verkaufen. Allerdings traf Hans mit Spatz die Vereinbarung, dass er am Gewinn beteiligt wird.

1957 – 1971
Fliegen lernen

Der „Spatzendreck“-Wein war eine große Hilfe, um Delheim einen allgemein bekannten Namen zu verschaffen. Erste Hinweise auf gute Weine gab es allerdings schon zwei Jahre zuvor – sie läuteten eine neue Ära ein. Im Jahr 1959 traten Delheim Weine zum ersten Mal auf der „South African Wine Show“ in Paarl in Erscheinung. Spatz gewann dort den Preis für den besten trockenen Weißwein mit seinem Palomino, der sich gegen alteingesessene Rebsorten wie Chenin Blanc und Colombard durchsetzte. Dieser Erfolg setzte sich fort und wuchs – seit diesem Zeitpunkt ist Delheim nicht mehr aus der südafrikanischen Weinwelt wegzudenken. 1976 eröffnete das Restaurant auf der Farm, um den immer größer werdenden Touristenstrom auf der Stellenbosch Wine-Route auffangen zu können.

Die hausgemachten Speisen wurden kreiert, um die Weine zu komplementieren.
Um bei einem immer stärker werdenden Konkurrenzkampf zu überleben, braucht man eine gute Planung. Die weinbaulichen Kenntnisse schritten immer weiter fort, genau wie sich der Geschmack der Weintrinker veränderte – als erfolgreicher Weinproduzent muss man mit dem einen Schritt halten können und sich des anderen bewusst sein. Um diese Gratwanderung zu meistern, musste Spatz Land jenseits von Drie Sprong kaufen, da hier die Böden hauptsächlich aus Lehm und Sand bestanden.
Aus zwei Gründen waren nur 50ha mit Reben bepflanzt: Erstens waren die höheren Lagen zu steil um sie zu bearbeiten und zweitens war das Klima in diesen Höhenlagen (zwischen 300 und 480m über de Meeresspiegel) nur für den Anbau von weißen Rebsorten geeignet. Als Spatz die Farm übernahm, bestätigten seine Versuche die Vermutung, dass die klimatischen Bedingungen zur Herstellung von gutem Rotwein ungeeignet sind. Die Böden in Kombination mit der kühlen, hohen Lage und einem durchschnittlichen jährlichen Niederschlag von 850mm sind besser zur Produktion von erstklassigen Weißweinen geeignet. Die einzige rote Rebsorte, die auf Drie Sprong angebaut wurde, war Pinot Noir (Spätburgunder), dessen Ernte zur Produktion von trockenen Rotweinverschnitten verwendet wurde.



1971
Neue Horizonte

Im April 1971 wurde die Stellenbosch Wine-Route, die erste dieser Art in Südafrika, von Spatz Sperling, Neil Joubert von Spier und Frans Malan von Simonsig ins Leben gerufen.

Bekannt wurden diese drei unter dem Titel „ die drei verbissenen Männer, die wissen, was sie tun“. Dies rührte daher, dass sie oft hitzige Debatten über das Potenzial und den Wert dieses Vorhabens führten. Dass sie Recht hatten, beweisen über 500’000 Menschen, welche die Stellenbosch Route heute jährlich besuchen. Ein weiterer Beweis dafür sind dreizehn weitere Weinrouten, die in Südafrika errichtet wurden.

In den frühen 70er Jahren bemerkte Spatz das wachsende Interesse an Rotwein. Da er wusste, dass seine Weinberge auf Drie Sprong nicht dazu geeignet waren, hervorragende Rotweine zu produzieren, suchte er nach Rebflächen abseits der Farm, die dazu besseres Potential hatten. 1975 fand er Weinberge circa 3 km nordwestlich von Delheim gelegen. So kaufte er 80ha auf diesem sogenannten „Klapmutskop“.

In Folge dessen bekam er die Möglichkeit seine Frau genauso zu ehren wie Hans Otto Hoheisen seine Deli. „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau“, sagt man und Vera Sperling war die antreibende und kreative Kraft hinter Spatz und half ebenso mit, Delheim zu dem zu machen, was es heute ist. Die Vera Cruz (Veras Kreuz) Weinberge sind nach Mrs. Spatz benannt. Es soll auf die Leiden hindeuten, die sie durchmachen musste, seit sie Spatz 1965 heiratete. Diese Weinberge haben lehmig-sandige Böden und liegen zwischen 200 und 355m über dem Meeresspiegel. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag ist circa 30% niedriger als auf Drie Sprong und die Reben bekommen 10 bis 12 Tage mehr Sonnenschein. Diese Bedingungen sind optimal für körperreiche, vollmundige Rotweine, was das Erkennungsmerkmal eines der besten Rotweine des Kaps ist: der Muldersvlei bowl.

Spatz hatte das Land gefunden, das er brauchte, um mit den besten Rotweinproduzenten Schritt halten zu können. Seine kaum vorhandene Fähigkeit Wein herzustellen, hinderte ihn nicht daran. Mit seiner geselligen Art fand er bald Freunde unter den zahlreichen deutschen Weinexperten, die in die Kapprovinz gekommen waren und die ihm halfen, seine Fähigkeiten zu verbessern.

Am Wochenende herrschte auf Delheim eine Mischung aus gemütlichen Festen und Abstechern in den Weinkeller. An einem Sonntagnachmittag, zwischen Sauerkraut und schwimmen, lud Spatz einen kleinen Kreis seiner Freunde ein, um seine neuesten Weine zu probieren. Der Inhalt des zweiten halbvollen Tanks war jedoch sogar für sie, in ihrer bereits fröhliche Gemütslage, zu viel. Als Spatz die bräunlich aussehende Flüssigkeit in das Glas einer Freundin einschenkte, war ihr Kommentar: „Spatz, das ist jetzt aber wirklich Dreck!“

Nichts hätte Spatz mehr motivieren können als diese Beleidigung. Aus diesem Desaster heraus wurde der „Spatzendreck“ perfektioniert und der 1961er Jahrgang konnte zum ersten Mal auf den Markt gebracht werden. Mit seinem Hang zum Ungewöhnlichen gab Spatz dem Wein nicht nur diesen besonderen Namen, sondern auch das weltbekannte Etikett, das 1970 die Auszeichnung vom Decanter Magazin für das schlechteste Etikett der Welt erhielt.

Spatz erster Jahrgang im Jahr 1952 umfasste eine Menge von 18 Tonnen; heute kann der Keller jährlich 1200 Tonnen fassen.